Wichteln — Alle Varianten erklärt: Klassisch, Schrott, Würfel und mehr
Ob in der Familie, im Büro oder mit Freunden — Wichteln hat viele Gesichter. Hier findest du alle beliebten Wichtel-Varianten mit Regeln und Tipps.
Was ist Wichteln?
Wichteln ist ein Brauch, bei dem sich eine Gruppe von Menschen gegenseitig mit kleinen Geschenken überrascht. Das Besondere: Wer wem etwas schenkt, wird per Los entschieden und bleibt bis zur Bescherung geheim. Der Name leitet sich von den „Wichteln" ab — kleinen, hilfreichen Wesen aus der nordischen Mythologie, die im Verborgenen Gutes tun.
Klassisches Wichteln
Die Grundform: Jeder zieht einen Namen, kauft ein passendes Geschenk innerhalb des vereinbarten Budgets (meist 5–15 Euro) und überreicht es am Wichteltag. Der Reiz liegt darin, für den Wichtelpartner ein möglichst persönliches und kreatives Geschenk zu finden.
Tipps: Eine kleine Wunschliste oder Hinweise zu Vorlieben erleichtern die Auswahl. Online-Tools wie Wichtelmania übernehmen das Losziehen digital und ermöglichen sogar Ausschlüsse (z. B. Paare).
Schrottwichteln
Die lustigste Variante: Jeder bringt einen Gegenstand mit, den er nicht mehr braucht — je skurriler, desto besser. Die Geschenke werden per Würfeln oder Stechen verteilt.
Regeln: Beim Schrottwichteln geht es nicht um den Wert, sondern um den Spaß. Alte Küchengeräte, kuriose Bücher, fragwürdige Deko-Artikel — alles ist erlaubt. Beliebte Regel: Bei einer 6 darf man ein Geschenk nehmen, bei einer 1 wird getauscht.
Würfelwichteln
Alle verpackten Geschenke kommen in die Mitte. Reihum wird gewürfelt, und bei bestimmten Zahlen darf man ein Geschenk aus der Mitte nehmen oder tauschen.
Typische Regeln: 1 = Geschenk nehmen, 6 = tauschen. Oft wird in mehreren Runden gespielt, sodass die Geschenke mehrfach den Besitzer wechseln — das sorgt für Spannung bis zum Schluss.
Räuber-Wichteln
Eine Mischung aus klassischem und Würfelwichteln: Geschenke werden nacheinander ausgepackt, und bei jeder Runde kann man entweder ein neues Geschenk öffnen oder einem anderen Teilnehmer das bereits ausgepackte Geschenk „rauben". Jedes Geschenk kann nur begrenzt oft geraubt werden (meist zwei- bis dreimal).
Diese Variante sorgt für viel Gelächter und strategisches Denken. Besonders beliebt bei Büro-Weihnachtsfeiern.
Gedichte-Wichteln
Zum Geschenk gehört ein selbst verfasstes Gedicht, das den Beschenkten beschreibt oder Hinweise auf den geheimen Wichtel enthält. Das Vorlesen der Gedichte ist oft der Höhepunkt des Abends. Es müssen keine Meisterwerke sein — gerade holprige Reime sorgen für die größten Lacher.
Themen-Wichteln
Alle Geschenke müssen zu einem vorher festgelegten Thema passen — zum Beispiel „Selbstgemachtes", „Aus der Küche", „Unter 3 Euro" oder „Etwas zum Lachen". Das Thema gibt einen kreativen Rahmen vor und macht die Geschenksuche zur spannenden Herausforderung.
Fernwichteln
Für Freundeskreise und Familien, die nicht am selben Ort leben, ist Fernwichteln eine wunderbare Tradition. Die Geschenke werden per Post verschickt, und am vereinbarten Termin packen alle gleichzeitig per Videocall aus. Das gemeinsame Auspacken und die überraschten Gesichter machen den Abend zum Highlight.
Organisation: So klappt das Wichteln reibungslos
- Variante festlegen: Welche Art von Wichteln soll es sein?
- Budget vereinbaren: Ein festes Budget vermeidet unangenehme Situationen. 5–15 Euro sind üblich.
- Termin bestimmen: Wann wird gewichtelt? Bei der Weihnachtsfeier, beim letzten Treffen vor den Feiertagen?
- Namen ziehen: Jeder zieht einen Namen — digital oder auf Papierzetteln. Wer sich selbst zieht, zieht nochmal.
- Wunschlisten: Optional können Teilnehmer Hinweise zu ihren Vorlieben hinterlegen.
Goldene Regeln fürs Wichteln
- Halte dich ans Budget — nicht zu viel und nicht zu wenig
- Schenke nichts Beleidigendes oder Unangenehmes
- Verpacke das Geschenk hübsch — die Verpackung gehört zum Spaß dazu
- Reagiere immer positiv auf dein Geschenk, auch wenn es nicht dein Geschmack ist
- Bewahre das Geheimnis bis zur Auflösung